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Der Wagon

Zwei Jahre gebaut, seit 2019 in Betrieb

Ein alter LKW-Anhänger, umgebaut gemeinsam mit Wohnwagon. Was daraus geworden ist, steht seither in Waldegg und schneidet Haare.

Der Friseurwagon von der Seite: senkrechte Lärchenholzschalung, sechs Fenster, das Logo an der Wand, dahinter herbstlicher Laubwald.
Der Wagon von der Straßenseite. Die Holzschalung ist unbehandelt und wird mit den Jahren grau.

Woraus er besteht

Grundlage

LKW-Anhänger

Gebraucht gekauft, entkernt und neu aufgebaut.

Fläche

30 m²

Platz für vier Kundinnen gleichzeitig.

Bauzeit

2 Jahre

Fertiggestellt 2019.

Wände

Holz

Außen Lärchenschalung, senkrecht, unbehandelt.

Dämmung

Schafwolle

Kein Mineralwolle-Ersatz, kein Kunststoff.

Innenputz

Lehm

Puffert Feuchtigkeit, bindet Gerüche.

Wie das entstanden ist, vom Holzstapel bis zur ersten Kundin: Bilder vom Bau.


Energie

Der Strom kommt vom Dach

Auf dem Wagon liegen 3,5 kWp Photovoltaik. Was tagsüber nicht gebraucht wird, geht in den Batteriekeller unter dem Wagon: über 10 kWh Speicher. Föhn, Licht, Kasse und Wasserboiler laufen damit über den größten Teil des Jahres.

Geheizt wird mit einem Pelletofen.

Für die Wintermonate gibt es einen Netzanschluss. Von Dezember bis in den Februar reichen Sonne und Speicher nicht, und ein Friseursalon ohne warmes Wasser ist keiner. Wir schreiben deshalb nicht „netzunabhängig", sondern: Der Strom kommt vom eigenen Dach, im Winter vom Netz.

Der Wagon von oben: acht Photovoltaikmodule auf einem aufgeständerten Gestell über dem bepflanzten Gründach, daneben das Kaminrohr des Pelletofens.
Photovoltaik und Gründach, aufgenommen beim Umzug im Jänner 2023.

Wasser, Abwasser, Toilette

Hier hört die Eigenversorgung auf, und das sagen wir lieber selbst, als dass es jemand nachrechnet.

Wasser

Kommt aus der öffentlichen Wasserleitung. Kein Tank, keine Quelle, kein Regenwasser.

Abwasser

Geht in den öffentlichen Kanal. Weil die Toilette eine Biotoilette ist, die Gerüche mit Aktivkohle bindet, fällt nur Grauwasser an.


Innen

30 m², vier Plätze

Im Wagon sind zwei Waschplätze, Friseurstühle, ein Farbmischplatz, ein Wartebereich, eine Umkleide fürs Personal, Lager und der Pelletofen. Am Eingang liegt eine Sonnenterrasse.

Wir sind zu zweit: Sandra und Vanessa.

Blick durch den Salon: helle Eichenmöbel, Spiegel, zwei Waschplätze, Friseurstühle und Produktregale, hinten eine Tür ins Nebenzimmer.
Der Innenraum, Blick Richtung Waschplätze.

Er kann weg

Der Wagon steht auf einem umgebauten LKW-Anhänger. Er ist kein Haus, das man abtragen müsste: Man hängt ihn an und fährt ihn weg.

Am 11. Jänner 2023 ist er umgezogen, rund 500 Meter weit. Gezogen hat ihn ein Traktor, zum Rangieren am Zielplatz kam ein Teleskoplader dazu, und es waren mehrere Leute nötig, die eingewiesen haben. Angefangen hat es am frühen Nachmittag, fertig war es im Dunkeln.

Das Solargestell fährt leer mit. Die Module kommen erst am Zielort wieder darauf, sonst ist der Wagon zu hoch und zu empfindlich für die Fahrt.

Geschlossen war das Geschäft dabei zwei Tage.

Alle Bilder vom Umzug

Der Wagon hängt an einem grünen Traktor und fährt eine Ortsstraße entlang, auf dem Dach das leere Gestell der Solarmodule.
11. Jänner 2023, unterwegs durch Waldegg.
Der Platz bei Dunkelheit, der Wagon und die Fahrzeuge sind von Scheinwerfern angeleuchtet.
Fertig wurde es erst im Dunkeln.

Der Wagon im Fernsehen

PULS 4 war da und hat einen Beitrag über den Wagon gedreht: wie er gebaut ist, wie er beheizt wird und warum er auf Rädern steht. Knapp zwei Minuten.

Beitrag von PULS 4, ProSiebenSat.1 PULS 4 GmbH. 1:53 Minuten, mit deutschen Untertiteln. Das Video liegt auf demselben Server wie diese Seite und lädt erst, wenn Sie auf Abspielen drücken.


Was wir nicht wissen

Nach dem Pelletverbrauch und den Baukosten werden wir oft gefragt. Wir haben beides nie sauber mitgeschrieben, deshalb steht hier keine Zahl. Lieber keine Angabe als eine geschätzte.